SERPICO – Indien

Schweizer Partner

SERPICO Advanced Neural Technologies & Research Association, Suhr Schweiz
www.serpico.org

Philipp Jundt

Lokaler Partner

SERPICO India Ltd, Indien

Sunterra, Sri Lanka

Projektart:

Rollout-Projekt

Technologie:

Photovoltaik

Land:

Indien

Projektstatus:

Laufend

Projektstart:

2026

Projektende:

2027

Vertrag:

2025.12

Schweizer Beitrag

Der Schweizer Partner, die SERPICO Advanced Neural Technologies & Research Association, stellt lokalen Partnern KI- und Datensysteme zur Verfügung. Diese helfen Landwirten, ihren Zugang zu Krediten zu verbessern, ihre Produktivität zu steigern und den Einsatz sauberer Energie zu ermöglichen. Die KI-gestützte Bonitätsprüfung von SERPICO analysiert dafür Daten zu landwirtschaftlichen Betrieben und zum Verhalten der Landwirte, um faire Kreditprofile zu erstellen. Dies ermöglicht es Banken, Fischzüchtern Kredite zu gewähren, sodass diese sich Solaranlagen leisten können. Schweizer KI-Innovationen werden so direkt vor Ort in die Praxis umgesetzt: Sie helfen Landwirten, Kredite zu erhalten, Solarstrom für ihre Teiche zu nutzen und ihre Betriebe auszubauen.

Portrait

Indiens Aquakultursektor, der zweitgrösste der Welt, erwirtschaftet jährlich etwa 20 Milliarden USD und beschäftigt 28 Millionen Menschen; doch viele Betriebe sind aufgrund unzuverlässiger oder rationierter Stromversorgung stark auf Dieselgeneratoren angewiesen. Belüftungsanlagen sind für Fische lebenswichtige Systeme und müssen täglich 8 bis 16 Stunden laufen.

Die dieselbetriebene Belüftung kostet die Landwirte jährlich 800–1’600 USD pro Teich, was 20–40 % der Betriebskosten ausmacht. Solarbetriebene Belüftungssysteme (4–6 kW mit Batterien) eliminieren diese Treibstoffkosten, liefern zuverlässig Strom und ermöglichen Einsparungen von 6’000–19’000 USD über die gesamte Lebensdauer, bei einer Amortisationszeit von 18–36 Monaten. Trotz dieser Vorteile liegt die Verbreitung solarbetriebener Belüftungssysteme weiterhin unter 3 %, hauptsächlich weil Landwirte keinen Zugang zu Krediten haben. Dabei übersteigt der potenzielle Finanzierungsmarkt 5,8 Milliarden USD.

Kleinfischzüchter sind von traditionellen Kreditvergabesystemen ausgeschlossen, da ihnen formelle Finanzunterlagen, Bonitätsauskünfte und anerkannte Sicherheiten fehlen. Herkömmliche Kreditmodelle stufen sie daher als nicht bewertbar oder als hohes Risiko ein.

Green ACRA (Alternative Credit Risk Assessment) schliesst diese Lücke, indem es das tatsächliche Betriebsverhalten anstelle von finanziellen Indikatoren bewertet. Es misst Faktoren wie Produktionszyklen, den Einsatz von Belüftern, die Zahlungszuverlässigkeit gegenüber Lieferanten, die satellitengestützte Überprüfung der Teichaktivitäten und die Bestätigung der Zuverlässigkeit der Landwirte durch die Gemeinschaft.

Das System wandelt diese Signale Mithilfe einer deterministischen Kausalregel-Engine mit mehr als 100.000 IF-THEN-Regeln, die aus 8.800 Umfragen in 17 indischen Bundesstaaten entwickelt wurden, in eine transparente Bonitätsbewertung um. Da die Bewertung regelbasiert ist und nicht auf Black-Box-Maschinellem Lernen beruht, kann jede Bewertung vollständig erklärt und geprüft werden, sodass Kreditgeber ihre Entscheidungen gegenüber Kreditausschüssen sicher präsentieren und begründen können.