EAWAG – Sierra Leone

Schweizer Partner

EAWAG
www.eawag.ch

Linda Strande

Lokaler Partner

GOAL, Sierra Leone
www.goalglobal.org

Projektart:

Pilot-Projekt

Technologie:

Ressourceneffizienz

Land:

Sierra Leone

Projektstatus:

Laufend

Projektstart:

2025

Projektende:

2026

Vertrag:

2024.02

Schweizer Beitrag

Die EAWAG ist eines der weltweit führenden Wasserforschungsinstitute. Die EAWAG-Forschungsgruppe Management of Excreta, Wastewater and Sludge (MEWS) befasst sich mit Lösungen für eine flächendeckende Abwasserentsorgung in Städten durch Forschung und Entwicklung, Entwurf und Optimierung von Behandlungstechnologien, Entwicklung von Analyse- und Überwachungsmethoden sowie Schulung und Referenzmaterial.

Der lokale Partner GOAL begann seine Arbeit in Sierra Leone 1999 und errichtete 2021 die erste Fäkalschlammbehandlungsanlage (FSTP) in Freetown.

Portrait

Die EAWAG hat eine energie- und umweltschonende Technologie getestet und erprobt, die lokal produziert werden kann. Sie umfasst ein biobasiertes Bindemittel, kostengünstige Sensoren für dessen Dosierung und eine manuell betriebene Entwässerungspresse. Im Rahmen des Projekts wird das erforderliche Wissen für die Ausweitung dieser Entwässerungslösung in Sierra Leone aufgebaut.

Resultate

Im Rahmen des Projekts wurden in der Kingtom Fecal Sludge Treatment Plant in Freetown zwei lokal produzierte Prototypen einer Entwässerungspresse entwickelt, hergestellt und getestet. Der finale Prototyp erreichte unter Betriebsbedingungen eine Feststoffentfernung von über 80 % sowie eine Behandlungskapazität von rund 9 m³ pro Tag.

Parallel dazu untersuchte das Projekt biobasierte Konditionierungsmittel, darunter lokal produziertes Chitosan aus Shrimpsabfällen. Dabei wurden wertvolle Erkenntnisse zu den Dosierungsanforderungen, der Behandlungseffizienz und der Wirtschaftlichkeit gewonnen. Zudem entwickelte und testete das Projekt kostengünstige Überwachungs- und Sensorlösungen.

Darüber hinaus wurden Umsetzungsrichtlinien, technische Dokumentationen, Betriebsverfahren sowie Informations- und Verbreitungsmaterialien erstellt. Diese bilden eine solide technische Grundlage für die Skalierung der Lösung.

Wirkung

Das Projekt hat gezeigt, dass ressourceneffiziente Fäkalschlamm-Entwässerung mit lokal hergestellter und an die Bedingungen einkommensschwacher urbaner Gebiete angepasster Technologie möglich ist.

Gleichzeitig stärkte es lokale technische Kapazitäten durch die Einbindung von Anlagenbetreibern, Herstellern, Technikern und Hochschulabsolventen und verringert dadurch die Abhängigkeit von importierten Technologien und externem Fachwissen. Über den Pilotstandort hinaus entwickelte es Lösungen für das Fäkalschlammmanagement in Sierra Leone und vergleichbaren Kontexten.